RailCom, die bidirektionale Kommunikation

25 Jahre lang ist die Digitaltechnik in der Modellbahnwelt eine Einbahnstraße gewesen: ein dichter Strom an Informationen fließt von der Zentrale zu den Decodern, und zurück kam - nichts.

Erst mit der Entwicklung von RailCom® durch Lenz Elektronik hat sich das geändert.

Namhafte Hersteller der DCC-Szene haben sich danach zusammen getan, damit dem Modellbahner die Möglichkeiten modernster Informationstechnologie nicht länger vorenthalten werden. Durch gegenseitige Abstimmung wurden Doppelgleisigkeiten und Inkompatibilitäten vermieden.

Der effiziente Informationstransfer von den Decodern zur Zentrale durch "RailCom" (auch bekannt als "bi-directional communication") ist die adäquate Komplettierung des DCC Standards, des weltweit führenden Datenprotokolls für die Modellbahn.

Alle neuen Digital plus Lokdecoder sind RailCom-fähig und werkseitig schon für den RailCom Betrieb eingestellt.

RailCom & Digital plus

Digital plus bietet beste Voraussetzungen dafür, ähnlich wie beim Vorbild den Besetztzustand von Gleisen sowie aktuelle Weichenstellungszustände zu erkennen und an die Zentrale zu senden, die ihrerseits diese Informationen sofort über das XpressNet an die angeschlossenen Eingabegeräte weiterleitet. Diese Zustandsmeldungen sind insbesondere bei einer Steuerung der Modellbahn per Computer via Interface von großem Vorteil. Das Computerprogramm muss die einzelnen Zustände nicht selbst abfragen, sondern erhält sie automatisch mitgeteilt. Dies spart Zeit und erhöht die Reaktionsgeschwindigkeit des Programms.

Werden Zustände gemeldet, ist damit noch nicht gesagt, wer diesen Zustand ausgelöst hat. So ist z.B bei Schattenbahnhöfen nicht nur interessant, welche Gleise besetzt sind, sondern auch welcher Zug auf diesen Gleisen steht. Dazu wurde für Digital plus das Meldesystem RailCom entwickelt: An jeder beliebigen Stelle Ihrer Anlage übermittelt die Lok - egal ob sie steht oder fährt - ihre Adresse und andere Daten.

Das RailCom System besteht aus einem Sendemodul, welches in die Lok eingebaut wird, und einer Adressanzeige. Diese Anzeige versorgt gleichzeitig den zu überwachenden Gleisabschnitt. In den neuen Digital plus Lokdecodern ist das RailCom-Sendemodul bereits integriert, Loks mit bereits installierten Decodern können mit dem Sendemodul LRC100 ergänzt werden

Der besondere Vorteil der RailCom Technik:

  • keine Komponenten außen an der Lok
  • keine Beeinflussung der Datenübertragung, egal, wo der RailCom-fähige Decoder in der Lok montiert ist
  • geringer Platzbedarf, da die Bauteile in den RailCom-fähigen Decodern integriert sind
  • keine zusätzliche Verkabelung
  • keine gesonderte Programmierung eines Senderbausteins
  • auch für den Einsatz in kleinen Spurweiten geeignet
  • Informationsübertragung unabhängig von Standort und Fahrzustand der Lok
  • keine störenden Empfängerbauteile in der Gleisanlage

RailCom Sendemodul LRC100

Das Lok-Sendemodul LRC100 wird pro Lok, deren Adresse gelesen werden soll, 1x benötigt, sofern im eingebauten Lokdecoder kein Sendemodul integriert ist. Das Modul wird einfach an die Gleiskontakte der Lok angeschlossen. Durch die kleine Bauform in nahezu jeder Lok einsetzbar. Der LRC100 wird in einer Verpackungseinheit von 5 Stück geliefert.

RailCom Sendemodul LRC100: Art. Nr. 15105, Abm.: 11 x 9 x 1,9 mm | Bedienungsanleitung

RailCom Adressanzeige LRC120

Mit dieser 4-stelligen Anzeige kann die Adresse der Lok im überwachten Gleisabschnitt dargestellt werden. Der Einbau ist an jeder beliebigen Stelle der Modellbahn möglich, so z.B. auch in einem Gleisbildstellpult.


RailCom Adressanzeige LRC120: Art. Nr. 15120, Abm.: 47,5 x 65 x 12 mm | Bedienungsanleitung


In Entwicklung:

RailCom wird ständig weiterentwickelt. Derzeit sind zum Beispiel diese Projekte im Entwicklungsstadium:

Das RailCombus-Meldesystem

RailCombusRailCom ermöglicht nicht nur die Identifizierung einer Lok (Meldung der Lokadresse), sondern stellt auch andere Daten wie Geschwindigkeit, Inhalt von CVs und mehr zur Verfügung. Damit diese Daten von entsprechender Software am PC genutzt werden können, haben wir das komfortable RailCombus Meldesystem und die zugehörigen Komponenten entwickelt.

Der RailCombus stellt eine ringförmige Verbindung aller RailCom-Detektoren her. An beliebiger Stelle können die von den RailCom-Detektoren (LRC130) empfangenen Daten auf dem Bus über das USB Gateway an einen PC ausgegeben werden. Jeder RailCom Detektor LRC130 kann bis zu vier Abschnitte überwachen. Die Datenrate auf dem RailCombus beträgt 1Mbit/s, es können Daten von bis zu 1.000 Abschnitten (entspricht 256 x LRC130) übertragen werden. Mit der mitgelieferten Konfigurationssoftware lassen sich die von den Detektoren empfangenen Daten individuell zur Weiterverarbeitung auswählen.

Der Anschluss der RailCom Detektoren ist denkbar einfach, sie können daher ohne großen Aufwand auch in bestehende Anlagen integriert werden. Die RailCom Daten werden über das Gateway (LRC135) via USB an den PC geleitet und können dort von geeigneter Software weiterverarbeitet werden. Anschluss-Schema siehe Grafik rechts.

Offene Struktur für beste Verbindungen

Die Struktur des RailCombus haben wir offengelegt. So können auch andere Hersteller Hardware (z.B. Gateways) für beliebige DCC-Digitalsysteme anbieten sowie die RailCom Daten in Software zur Modellbahn-Steuerung nutzbar machen. Der RailCombus ist mit jedem DCC-System verwendbar, das die RailCom Austastlücke (RailCom Cutout) erzeugen kann.

RailCom Transmitter LRC110

Der RailCom Transmitter LRC110 dient dazu, globale RailCom-Daten von einem Versorgungsbereich in einen andern weiter zu leiten. Der globale RailCom Detektor der LZV200 kann verständlicherweise nur die RailCom-Daten von Loks empfangen, die sich im von der LZV200 versorgten Bereich befinden. Um auch RailCom Daten anderer Versorgungsbereiche an die LZV200 zu übermitteln wird der RailCom Transmitter LRC110 eingesetzt. Für alle RailCom-tauglichen DCC-Systeme einsetzbar.

Der Anschluss ist denkbar einfach, wie die Grafik zeigt.

RailCom Transmitter LRC100: Art. Nr. 15110, Abmessungen: 53 x 60 x 20 mm

Lokaler RailCom Detektor LRC130

Der RailCom-Detektor überwacht Gleisabschnitte, alle empfangenen RailCom Informationen werden über den RailCombus den Gateways zur Verfügung gestellt. Die Verbindung der Detektoren untereinander ist der RailCombus, verwendet werden hierzu handelsübliche Netzwerkkabel. Bis zu 4 Gleisabschnitte können mit einem LRC130 überwacht werden, in einem RailCombus sind bis zu 256 LRC130 einsetzbar - das heißt, bis zu 1.000 Abschnitte können überwacht werden.

Der LRC130 besitzt einen integrierten Gleisbesetztmelder - so können auch Fahrzeuge, die keinen RailCom Sender haben, aber einen Stromverbraucher darstellen, gemeldet werden.

Lokaler RailCom-Detektor LRC130: Art. Nr. 15130, Abmessungen: 114 x 60 x 20 mm

RailCom USB-Gateway LRC135

Das USB Gateway verbindet den RailCombus mit einem Computer. Alle auf dem RailCombus gesendeten Daten werden geeigneten Computeranwendungen (z.B. Steuerungssoftware) zur Verfügung gestellt. Das LRC135 verfügt über eine schnelle USB 2 Schnittstelle für den Anschluss an den PC sowie Anschlüsse für den RailCombus.

Mit der mitgelieferten Konfigurationssoftware lassen sich die von den Detektoren empfangenen Daten individuell zur Weiterverarbeitung auswählen. PC-Systemvoraussetzungen: Windows XP.

RailCom-USB-Gateway LRC135: Art. Nr. 15135, Abmessungen: 114 x 60 x 20 mm

Voraussetzungen für den RailCom Einsatz

Ausschließlich die Zentralen/Verstärkerkombination LZV100, eine Zentrale LZ100 ab Version 3.5 in Kombination mit dem Verstärker LV102 und der Verstärker LV102 als Einzelgerät stellen die notwendigen technischen Voraussetzungen für die Verwendung von RailCom. Ursache dafür ist die für RailCom notwendige "Austastlücke" im Datenstrom zum Gleis, die nur von dem in der LZV100 enthaltenen Verstärker sowie dem Verstärker LV102 erzeugt werden können.

Die früher gelieferten Verstärker LV100, LV101, LV200 sowie der Verstärkerteil des compact können diese Austastlücke nicht erzeugen und sind daher für den Einsatz von RailCom nicht verwendbar.

Der Betrieb einer konventionellen Lokomotive im Digitalsystem ist bei Einsatz von RailCom nicht möglich, weil das RailCom-Signal durch die analoge Lok gestört wird.

RailCom ist eingetragenes Warenzeichen der Firma Lenz Elektronik GmbH

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